Von Maria Chalwatzi

Exciting. Aufregend. Und wie! Am 08.11.2018, an einem richtig wichtigen οrthodoxen Feiertag, der , des Erzengels Michael’s, feierte obengenannte Deutsche Firma ihren Einstand in Kilkis um somit gedanklich die Uhr des finanziellen Zustands in Griechenland um einige Jahre zurùckzudrehen, in eine Zeit, in der es vor Gründungsfeiern nur so wimmelte, in eine Zeit, zu der die Arbeitslosigkeit in Griechenland mit Gemütlichkeit gleichzustellen war, damals, als jeder, der meinte, genug Energie aufbringen zu können, auch einen Arbeitsplatz bekam. Und zwar einen, in gehobener Stellung. Im Griechenland der Vetternwirtschaft blieb kein Verwandter der Interesse zeigte, außerhalb -des gar nicht mal so engen Familienkreises- des Arbeitsmarktes. Ob dieser Verwandte eingeschult, ausgebildet oder gar studiert hatte, womit er sichbeschäftigen sollte, war mehr als egal.Dies alles sollte sich bei Eintritt der Wirtschaftskrise in Griechenland von Grund auf und fast mit sofortiger Wirkung- ändern. Man könnte es auch als eine Art Folge der Vetternwirtshaft ansehen. Trotz zahlreicher, überzeugter Krisen- Analysten  in Griechenland, welche die Schuld immer wieder auf die unmenschliche, harte Austeritästpolitik schieben, gibt es doch die ungehörte, unterdrückte Meinung wiederum zahlreicher Spezialisten, welcheeben das Resultat des Klientelismus welcher in Form der Wirtschaftskrise in den Fluss dieser langjährigen Tatsache mündet, als erwartungsgemäß ansehen. Alles andere wäre ‘keine Verantwortung übernehmen zu wollen’’.

Nun, zehn Jahre nach Einbruch besagter Krise, in der sich kein ökonomisches Blatt rührte, eröffnet nun die deutsche Firma Exciting in Kilkis eine Filiale.

Es werden sogar Worte ausgesprochen wie: wir brauchen Personal, wir schulen, wir bilden aus.

Auf die Frage hin, warum gerade das scheinbar von Gott verlassene Kilkis im Norden Griechenlands,

kommt eine doch sehr für griechische Verhältnisse recht merkwürdige Antwort, jeder, der sich aber auch nur im Geringsten mit der deutschen Kultur und Auffassung was das Geschäftliche angeht, vertraut ist, sehr gut folgende Antwort nachvollziehen kann:

‘’Wir haben uns in ganz Nordgriechenland umgesehen. Wir haben gesucht und gesucht. Und wissen sie was? Wir waren kaum aus Kilkis raus, da hatten wir schon die ersten Bewerbungen. Noch dazu stand uns der Präsident der hiesigen Industrie und Handelskammer so sehr zur Seite, dass wir uns aus genau diesen beiden Gründen für Kilkis entschieden haben.’’ Jörg Weidmann, CEO der Firma Exciting, lüftet das Geheimnis der Niederlassung mit festem Blick, überzeugtem Ausdruck im Gesicht. Huseyin Cifci , Verwaltungsratsvorsitzender , Geschäftsführender Direktor derselben Firma, kann nur zustimmend nicken und Gesagtes bestätigen. Hört sich ziemlich logisch an. Für deutsche Verhältnisse. Naja, für griechische mittlerweile auch. Denn-wohlgemerkt, bei Firma Excitingin Kilkiswerden im Moment ungefähr 50 doppelkulturelle Griechen beschäftigt. Es sollen hundert werden. ‘’In Zusammenarbeit mit Matthias Hoffmann, Leiter der Geschäftsstelle Nordgriechenlands,  der deutsch griechischen Industrie und Handelskammer, konnten wir im Rekordtempo alle bürokratischen hürden überwinden und befinden uns heute beider Gründungsfeier. Oben genannter Herr Tonikidis, welcher eine Hauptrolle dabei spielte, dass Firma Exiting sich in Kilkis niederließ, machte kurzerhand aus der von Gott verlassenen Kleinstadt ein Zentrum des Fortschritts. Der geschäftstüchtige und progressive Pontios, welcher sich für die nächsten Kommunalwahlen aufstellen lassen wird,   sprach in seiner Einstandsrede davon, dass aus der Gegend von Kilkis so viele Griechen Ihre Heimat verließen,um in Deutschland als Gastarbeiter zu fungieren, dass es schon eine Verpflichtung der deutschen Firma gewesen wäre, sich dort niederzulassen. Patriotismus! Toinikidis verpflichtet sich weiterhin, alles daranzusetzen, um für das Wohlergehen der Firma und somit den griechischen Mitarbeitern  zu sorgen. So viele Lichtblicke auf einmal in Kilkis…Da kann man sich doch eigentlich nur noch bedanken-bei den einsichtigen Personen, die durch die Wirtschaftskrise lehrreiches Wissen gezogen haben, bei denjenigen, die weise Entscheidungen zugunsten der Kleinstadt trafen oder etwa bei der Wirtschaftskrise selber die uns zum Umdedenken zwang?