Das "aktuelle Forum" am Denkmal

Teil 2: Vorbereitungen

Von Sylvia Löser und Walter Bachsteffel

Benny, Denis, Katharina, Kevin, Kim, Lisa, Maik, Marcel und Philipp können es kaum mehr erwarten. Sie alle werden vom TÜV Nord Bergkamen in einem Beruf ausgebildet. Freiwillig kamen sie nach Griechenland, nach Kommeno, um an einem Handwerksprojekt teilzunehmen, mit dem an Verbrechen der deutschen Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg erinnert werden soll. Die Arbeiten an Denkmal und Pflanzungen sind abgeschlossen. Eine Feier steht kurz bevor.

Die vor zwei Tagen angereiste Leiterin des Projektes, Gabriele Losse, wird am Abend die Hintergründe dieser Handwerksprojekte erläutern:

Als Vertreterin des ‘aktuellen forums nrw’ freue ich mich ein paar Worte an sie richten zu dürfen. Es ist für mich ein Zeichen hoher Wertschätzung unseres Projekts, dass sie heute hierher gekommen sind.

Das ‘aktuelle forum nrw’ fördert seit über 40 Jahren die politische Bildung in Deutschland. Ein wesentlicher Teil dieser Arbeit ist die Förderung junger Menschen in der Auseinandersetzung mit der deutschen Vergangenheit und der europäischen Geschichte. Und dazu gehört eben auch die Auseinandersetzung mit dem deutschen Faschismus in Deutschland und den damit verbundenen grausamen Taten, die durch deutsche Soldaten verübt worden sind.

2008 hat das ‘aktuelle forum nrw’ einen Projektantrag im Rahmen des europäischen Programms XENOS «Demokratie & Toleranz» gestellt und diesen für 2009 bis 2011 bewilligt bekommen.

Dies ermöglicht uns, Projekte wie dieses – deren glücklichen Abschluss wir heute feiern – zu organisieren und zu finanzieren.

Diese Projekte durchzuführen wäre uns allerdings nicht möglich gewesen ohne die Bereitschaft der Verantwortlichen hier in Kommeno und unserem deutschen Kooperationspartner, dem TÜV Nord Bildung in Bergkamen.

Besonders bedanken möchte ich mich bei den jungen Menschen, die sich dieser Herausforderung gestellt und in kurzer Zeit eine beachtliche Arbeit geleistet haben.

Ich habe die Hoffnung, dass dieser gestaltete Platz nicht nur der Erinnerung dient, sondern auch ein Ort der europäischen Begegnung sein wird.

Europa wird eben nicht nur von Politikern in Brüssel, Berlin und Athen gebaut, sondern an Plätzen wie diesen. In der Begegnung zwischen Jung und Alt – Griechen und Deutschen.

Wir fragten die in der Ausbildung zum Landschaftsgärtner, zur Logistik-Fachkraft oder zum Maler- und Lackiererberuf stehenden Jugendlichen im Alter zwischen 18 und 24 Jahren, ob sie Angst vor ihrer Entscheidung gehabt hätten. Einige Stimmen:

„Ich hatte Angst, dass die Bewohner uns verachten würden. Das Geschehene kann man nicht rückgängig machen, aber wir Jugendlichen tun etwas für Kommeno.“ (Lisa)

„Ich wollte unbedingt nach Kommeno, als ich von dem Massaker an den 317 Bürgern erfuhr.“ (Philipp)

„Als ich vom Verbrechen in Kommeno erfuhr, war ich sehr schockiert.“ (Maik)

Schnipp, schnipp, rhythmisch untermalt Stadtrat und Tanzlehrer Kosta seine Tanzschritte. “Ich zeige es euch und ihr macht es mir nach. Erst langsam, dann immer schneller, erst ohne, dann mit Musik.“ Zwei epirotische Tänze lernen die deutschen Gäste, damit sie für den Abschlussabend gerüstet sind. Schnipp, schnipp. Leicht ist es zu tanzen, wenn die Arbeit gemacht ist.

Fortsetzung in einer der nächsten Ausgaben

→ Teil 1: Das Denkmal