Botschafter Zografos: «Ein Bischof von herausragendem Format» – Erinnerung an die Bedeutung Wiens, wo Fundamente des griechischen Staates gelegt wurden

Athen-Wien. Der griechisch-orthodoxe Metropolit von Austria, Erzbischof Michael Staikos, ist mit dem «Großen Goldenen Ehrenzeichen mit dem Stern für Verdienste um die Hellenische Republik» ausgezeichnet worden. Überreicht wurde das Ehrenzeichen am Montag in der griechischen Botschaft in Wien von Botschafter Panayotis Zografos in Anwesenheit u.a. des Apostolischen Nuntius Peter Stephan Zurbriggen. Mit dem Ehrenzeichen wolle Griechenland die Verdienste von Metropolit Staikos um die Integration der orthodoxen Christen in Österreich, um den Ausbau der orthodoxen Seelsorge, um den ökumenischen und interreligiösen Dialog und um die Wahrnehmung der Orthodoxie in der Öffentlichkeit würdigen, so Botschafter Zografos.

In seinen Dankesworten nahm auch Metropolit Staikos auf die Rolle Wiens bei Entstehung des modernen griechischen Staates Bezug. 1768 und 1785 seien die beiden griechischen Gemeinden in Wien begründet worden, 1804 die bis heute bestehende griechische Nationalschule als älteste Schule in der Diaspora. Hier sei auch die erste griechische Zeitung erschienen, die zu einer «Wiege des neuen Griechenlands» wurde.

Die Griechen in Österreich seien seit jeher beispielhaft in der Integration gewesen: «Für uns war immer klar, dass Griechenland unser Vaterland, aber Österreich unsere Heimat ist». Die innere Freundschaft mit Österreich sei auch während der Besetzung Griechenlands durch das Dritte Reich weitergegangen, «die österreichischen Soldaten haben sich so verhalten, dass diese Freundschaft nicht zerstört wurde». Tausende griechische Studenten in Wien, Graz und Innsbruck hätten in den nachfolgenden Jahrzehnten die Freundschaft vertieft, wobei Metropolit Staikos besonders die Bedeutung des Wiener Instituts für Byzantinistik und Neogräzistik hervorhob.

Sowohl die Monarchie als auch die Zweite Republik hätten die Rechte der orthodoxen Kirche in Österreich ausdrücklich anerkannt, betonte Staikos. In diesem Zusammenhang nahm er auf die bevorstehende Novellierung des Orthodoxengesetzes von 1967 Bezug; dabei wird auch die neue Orthodoxe Bischofskonferenz für Österreich staatlich anerkannt.

Quelle: www.kathweb.at