Stefano Polis

’Milch in Papier’
Kindheit und Jugend zwischen zwei Kulturen

Größenwahnverlag Frankfurt a. Main
Hard Cover, 224 Seiten,
Verlagspreis: 23,90 €
ISBN: 978-3-942223-08-9, November 2011

Mit welcher Ignoranz doch manche Erwachsene ausgestattet sind: »Einem Kind muss man nicht viel erklären.« – »Darüber hinaus verstehen Kinder so etwas nicht.« – »Außerdem vergessen Kinder schnell.«

Wenn Eltern zu »Gastarbeitern« wurden, ließen sie ihre Kinder oft in der Heimat zurück. Über die Folgen haben sie nicht nachgedacht, auch war ihre wirtschaftliche Situation häufig so desaströs, dass sie sich über alle möglichen Rücksichten hinweg für die Arbeitsmigration entschieden. Dass das Leid ihrer Kinder sich später einmal zurückmelden könnte, haben viele nicht erwartet.

Hier kommt nun ein solches Kind zu Wort, Jahre später: Als Erwachsener erinnert sich Stefano Polis an die harte und verwirrende Lebenssituation, ein zwischen den Ländern wanderndes Gastarbeiterkind zu sein. Er erzählt von den aufreibenden Gefühlen, die mit Trennung und Abschiedsschmerz einhergehen, und vom langen Weg der Integration in seine neue Heimat.

»Heute lebe ich in einem Land, das ich mein Zuhause nenne, und bin Part einer Kultur, die ich liebe. Ich esse von den Speisen, die mir zu Beginn fade und teilweise ungenießbar vorkamen. Ich spreche die Sprache eines Volkes, die mich am Anfang so oft zum Lachen gebracht hatte, und möchte nirgendwo anders leben als in diesem wundervollen Land.«

Stefano Polis, geboren 1965 in Kozani/Griechenland, ist eines von vielen sogenannten Kofferkindern der Gastarbeiter in Deutschland. Er verbrachte seine Kindheit zwischen Griechenland und Deutschland und besuchte jeweils dort die Schule. Nach seinem Schulabschluss in Düren und der Ausbildung zum Friseur folgten 1987 die Meisterprüfung und die Eröffnung eines eigenen Friseursalons. Stefano Polis ist seit 1994 verheiratet, hat zwei Kinder und lebt heute in Jülich bei Düren. Er hat schon früh angefangen, Gedichte, Prosa, Kurzgeschichten und Film-Drehbücher zu schreiben. »Milch in Papier« ist seine erste Publikation.