Europa ist unsere gemeinsame Zukunft

Die Römischen Verträge vom 25. März 1957 waren der Grundstein für die Europäische Union. Seitdem ist Europa gewachsen – und hat so manche Krise überwunden. Friedlich, in Freiheit und mit vereinten Kräften.

Und doch erlebt das vereinte Europa turbulente Zeiten und steht vor großen Herausforderungen. Es gibt Kritik: Gibt es in der EU nicht immer nur Streit? Verschwenden wir unser Geld für Europa? Was hat das vereinte Europa eigentlich erreicht? Warum ist es wichtig?60 Jahre später – was hat das vereinte Europa eigentlich erreicht?

Europa erlebt die am längsten andauernde Friedensperiode – inmitten einer Welt mit vielenbewaffneten Konflikten. Alle Mitgliedstaaten teilen gemeinsame Werte wie das Bekenntnis zu Menschenrechten, Rechtsstaatlichkeit, Meinungsfreiheit und Demokratie. Die europäische Einigung ist nicht nur der Garant für Frieden und Freiheit, sie ist eine wirtschaftliche Erfolgsgeschichte: Mit der Europäischen Union wurde einer der größten Binnenmärkte der industrialisierten Welt geschaffen, mit freiem Austausch von Waren, Personen, Dienstleistungen und Kapital.

Mit ihren mehr als 500 Millionen Bürgerinnen und Bürger bildet die EU einen der wohlhabendsten Wirtschaftsräume der Welt.Die EU fördert mit breitgefächerten Programmen Wachstum und Beschäftigung und bekämpft die Arbeitslosigkeit, insbesondere auch die Jugendarbeitslosigkeit. Sie fördert Bildung und Austauschprogramme, damit junge Menschen die besten Startchancen haben.

In internationalen Gremien setzt sich Europa für die Durchsetzung von hohen Umwelt-, Arbeits- und Sozialstandards ein. Armut und Hunger weltweit zu bekämpfen und Fluchtursachen zu bekämpfen, ist Ziel europäischer Entwicklungspolitik. Die EU ist weltweit der größte Geber von Entwicklungshilfe.

Am 25. März in Rom haben die Staats- und Regierungschefs das Erreichte gefeiert und gewürdigt  – aber auch über die Zukunft nachgedacht.

EU-Länder bekennen sich zu gemeinsamer Zukunft

Am 25. März 2017 haben die EU-Staats- und Regierungschefs eine Erklärung verabschiedet, die zum ersten Mal nicht das Gemeinsame, sondern auch die Unterschiede betont.

Das kurze Papier ist sehr allgemein gehalten. Es feiert die Errungenschaften der Europäischen Union seit der Unterzeichnung der Römischen Verträge vor 60 Jahren: Frieden, Freiheit, Demokratie, Menschenrechte, Rechtsstaat, Wohlstand.

Angesichts neuer globaler Herausforderungen wird gelobt, dass die EU auch in zehn Jahren sicher, wohlhabend, wettbewerbsfähig, nachhaltig und sozial sein soll. Man wünscht sich eine größere Rolle in der Welt. Beteuert werden im Entwurf die enge Zusammenarbeit und das Bemühen um einen «effizienteren und transparenteren Entscheidungsprozess». «Wir geloben, auf die von Bürgern geäußerten Bedenken zu hören und zu reagieren», heißt es.

Über zwei Punkte gab es vorab Streit: Das «Europa der verschiedenen Geschwindigkeiten», das Deutschland und andere wollen, wird nach Bedenken der östlichen EU-Partner im Entwurf nur in weichen Formulierungen erwähnt: «Wir handeln gemeinsam, wenn nötig unterschiedlich in Tempo und Intensität, und bewegen uns dabei in dieselbe Richtung.»

Einen Vorbehalt gegen die Erklärung hatte Anfang der Woche zudem Griechenland, das an einer sozialen Ausrichtung der Gemeinschaft festhalten wollte. In Rom haben sich aber alle Staats- und Regierungschefs feierlich hinter die Erklärung gestellt.

Tausende von Europäern gingen an diesem Tag auf die Straßen von vielen europäischen Metropolen und feierten auf ihrer Weise den Jahrestag der Römischen Verträge.

Phedon G. Codjambopoulo