Studium weiterhin erste Priorität – Die berufliche Bildung gewinnt stetig an Anhänger

Zwei Berufsorientierungsmessen – jeweils eine in Köln und eine in Düsseldorf – nutzte das DHW-Ausbildunsgprojekt „Brücke zur Qualifizierung und Integration“ und begleitete dorthin Schüler der griechischen nationalen Schulen. Die Resonanz war groß und dies nicht nur bei den Schülern. Auch die Lehrer, die früher mit der Berufsberatung nichts zu tun hatten, interessieren sich immer mehr dafür und erfahren, wie wichtig dies für die berufliche Zukunft der Jugendlichen ist.

Berufsorientierungstage „Talente 2010 – Entdecke, was in dir steckt“ in Köln

Welche Möglichkeiten es im Berufsleben gibt, wissen die wenigsten. Unter der Vielzahl der Ausbildungsberufe (rund 350) sind nur einige bekannt, meistens sind es klassische Berufe wie Krankenschwester, Lehrer oder Feuerwehrmann. Viele Jugendliche tun sich deshalb mit der Berufswahl so schwer – gerade dann, wenn Ihre Vorlieben und Talente noch nicht erkannt sind oder die identifizierten zu keinem bekannten Berufsbild passen. Genau hier greift die Aktion der Handwerkskammer zu Köln in Kooperation mit der Agentur für Arbeit Köln: Um Jugendliche anschaulich über die rund 150 möglichen Ausbildungsberufe in den Handwerksbetrieben zu informieren, fanden Anfang November die Berufsorientierungstage „Talente 2010 – Entdecke, was in Dir steckt!“ statt. Zu dieser Messe begleitete das DHW-Ausbildunsgprojekt „Brücke zur Qualifizierung und Integration“ 46 Schülerinnen und Schüler der griechischen nationalen Schule Köln sowie 4 Lehrerinnen. „Die Schüler hatten die Gelegenheit, sich am Stand der Handwerkskammer über Berufe im Handwerk zu erkundigen und an ca. 30 Stationen Handwerksberufe greifbar kennen zu lernen. So konnten sich die Schüler einen guten Einblick in die verschiedenen Handwerksberufe verschaffen oder ihr handwerkliches Können z.B. in Graffiti, Fotografie oder beim Zusammenschrauben von Rohrleitungen unter Beweis stellen. Das ist ein enormer Gewinn für unsere Schüler“ unterstrich Schuldirektorin Elisavet Athanassiou, die zusammen mit der Projektleiterin des DHW-Projektes Christina Alexoglou-Patelkos die Schüler auf den Messebesuch vorbereitet hatten. Dabei wurde den Jugendlichen der Weg der dualen Ausbildung im Handwerk erklärt und die Chancen auf den Arbeitsmarkt erläutert. Berufliche Karrieren durch Ausbildung zum Gesellen, zum Meister und Studium im Handwerk sind für griechische Schüler immer noch zu großem Teil Niemandsland. „Mit dem Ausbildungsprojekt „Brücke zur Qualifizierung und Integration“ steuern wir gegen diese Unkenntnis. Und das mit inzwischen großem Erfolg und riesiger Resonanz bei Schülern, Eltern und Lehrern. Die berufliche Bildung beginnt eine echte und reelle Alternative für die Zukunft vieler Griechen zu werden. Es liegt an uns, den Akteuren in den Ausbildungsnetzwerken, den Jugendlichen diese Berufe näher zu bringen und ihnen die Möglichkeiten und die Chancen für den deutschen und europäischen Arbeitsmarkt aufzuzeigen“, betonte DHW-Vizepräsident Phedon Codjambopoulo. Die DHW vermittelt sogar Interessenten Ausbildungsstellen über das Projekt.

Berufsorientierungsmesse „Berufe live Rheinland“ in Düsseldorf

In Düsseldorf kamen 131 Schüler zur Berufsorientierungsmesse „Berufe live Rheinland“ einer Initiative der IHK Düsseldorf und Köln. Dieses Jahr war es die siebte Messe und an der ca. 22.000 Jugendliche sich rund um die Themen Studien- und Berufswahl beraten ließen. Über 170 Unternehmen, Hochschulen und Schulen standen zwei Tage lang Rede und Antwort. Zusätzlich zum Beratungsangebot an den Messeständen fanden auf drei Bühnen rund 50 Orientierungsveranstaltungen zu einzelnen Berufsfeldern und Bildungswegen statt. Ein Berufsparcours und ein Bewerbungsforum rundeten das Angebot für die Jugendlichen ab. Die Schüler der griechischen Schule Düsseldorf wurden von 12 Lehrern und dem Team des DHW-Ausbildungsprojektes „Brücke zur Qualifizierung und Integration“ begleitet. Zum Besuch wurden die Jugendlichen in einer speziellen Stunde von Georgia Tsitsi vom DHW-Projekt sowie dem Schulleiter, Herrn Koulinas, vorbereitet. So konnten sich die Schüler in Gruppen einteilen und so die speziellen Messenangebote ihrer Präferenz besichtigen. Favoriten dieses Jahr waren die Studiengebiete Pädagogik, Jura, Medizin, Psychologie und Germanistik gefolgt von Journalismus, Architektur, Ingenieurwesen, etc. In den Ausbildungsberufen waren die KFZ-Mechatroniker, die Erzieher, die Sportlehrer, die Köche und die Pfleger an der Spitze. Überraschend war das Interesse an Berufe der Bundeswehr und der Polizei. Aus diesem Grunde wird das DHW-Ausbildungsprojekt das Gespräch mit den Beratern der Düsseldorfer Polizei und des Kreiswehrersatzamtes der Bundeswehr suchen und spezielle Veranstaltungen mit ihnen organisieren.

DHW-Vizepräsident Phedon Codjambopoulo resümierte: „Auch das Engagement bei dieser Messe hat wichtige Erkenntnisse gebracht: Die Schüler der griechischen nationalen Schulen konnten selber erfahren, dass eine Ausbildung in Deutschland ihnen Wege, Chancen und Möglichkeiten öffnet nicht nur hier sondern auch in Griechenland und im gesamten europäischen Raum. Sogar wenn sie bei der Bundeswehr oder bei der Polizei einen Beruf erlernen. Auch dann sind sie gut vorbereitet und öfters höher qualifiziert als ihre Konkurrenten in Griechenland oder anderswo.“

Das DHW-Ausbildungsprojekt: «Brücke zur Qualifizierung und Integration» wird als JOBSTARTER-Projekt aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung und dem Europäischen Sozialfonds der Europäischen Union gefördert. Mehr dazu auch unter www.dhw-ausbildungsprojekt.de.