Epirus – neue Wege zur Tourismusentwicklung

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Neue Zielgruppen, Saisonverlängerung, nachhaltiger Tourismus und die Einbeziehung der lokalen Wirtschaft sind die wohl wichtigsten Schlagworte, mit denen die Region Epirus im Jahr 2016 neue Wege zur Tourismusentwicklung einschlägt. Gemeinsam mit der Dülmener Gesellschaft für Regionalentwicklung sollen Voraussetzungen und Angebote für Rad- und Wandertourismus in Kombination mit Wohnmobiltourismus entwickelt werden.

Die Zusammenarbeit der Region Epirus mit der Dülmener Gesellschaft für Regionalentwicklung geht auf das Engagement des Touristikbüros TMTM von Gesellschafter Stefan Bücker auf dem Peloponnes zurück. Im Rahmen einer partnerschaftlichen Zusammenarbeit zwischen dem Land NRW und der Region entsendete im Frühjahr 2013 die Gesellschaft ZENIT im Auftrag der Staatskanzlei NRW den Geographen und Touristikexperten Stefan Bücker erstmals nach Tripoli.

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Gemeinsam mit Delegierten und Mitarbeitern der Regionalregierung um Gouverneur Dr. Petros Tatoulis wurde die Idee eines Peloponnesischen Küstenradweges geboren. Dieser Radweg soll eines Tages die gesamte Halbinsel des Peloponnes über alle politischen Grenzen hinweg umspannen – so die Vision. Ergänzt werden soll er durch ein binnenländisches Netz von Themen- und Zweckradwanderrouten. Koordiniert wurde die Zusammenarbeit von dem damaligen Koordinator für Experteneinsätze der Deutsch-Griechischen Versammlung und ehemaligen Oberbürgermeister von Sinsheim, Rolf Geinert. Dieser sorgte dafür, dass das Projekt in die DGV eingebunden wurde.

Um für die Anbieter vor Ort einen schnell greifenden Nutzen zu erzielen, wurden Radreiseprogramme für Veranstalter entwickelt, die zunächst keine Umsetzung langfristig wichtiger infrastruktureller Maßnahmen notwendig machten. Bereits zur Internationalen Tourismusbörse Berlin 2014 wurden vier Reiseprogramme vorgestellt, die heute von den führenden Radreiseveranstaltern in Europa und auch in den USA vertrieben werden. Der ADFC informierte im Sommer 2015 in der Vereinszeitschrift Radwelt seine über 153.000 Mitglieder über das Projekt und die Möglichkeiten des Radwanderns auf dem Peloponnes. 2015 nahm mit Berr-Reisen erstmals ein renommierter Bus-Radreiseveranstalter eine 14tägige Radreise in das Programm auf. Die für 2016 von TMTM ausgearbeitete Radtour war 14 Tage nach Erscheinen des Katalogs mit 30 Teilnehmern ausgebucht. Profiteure nicht nur dieser Reise sind die Gastgeber, Tavernen und sonstigen Dienstleister am Wegesrand der Radrouten, deren Familien, Mitarbeiter und Lieferanten.

Keine zwei Jahre nach Aufnahme der Aktivitäten würdigte die Europäische Kommission die innovative Zusammenarbeit von TMTM mit den griechischen Partnern sowie die Initiatoren dieser Zusammenarbeit von der ZENIT mit der Verleihung des Enterprise Europe Network Stars Award in der Kategorie New Horizonts.

Anlässlich eines Empfangs des Gouverneurs Dr. Petros Tatoulis stellte Stefan Bücker im Oktober 2013 die beispielhaft positive griechisch-deutsche Zusammenarbeit in der Düsseldorfer Staatskanzlei vor. Den von Juan Carmona Schneider (ZENIT GmbH) organisierten Empfang nutzten der Generalsekretär der Deutsch-Hellenischen Wirtschaftsvereinigung (DHW) Dimitrios Kouros und Stefan Bücker für einen ersten Gedankenaustausch über eine Zusammenarbeit mit der Region Epirus. Ein fruchtbares Zusammentreffen, wie sich später zeigen sollte.

Auf Initiative von Dimitrios Kouroser hielt Stefan Bücker von Thomas Bengas, Bürgermeister der Stadt Ioannina, ein halbes Jahr später die Einladung zu ersten Sondierungsgesprächen in der Hauptstadt des Epirus. Gemeinsam mit Tatiana Kalogianni, Vize-Gouverneurin der Region, sowie Georgios Tassos, Generalsekretär der Hotelvereinigung Ioannina, wurden im August 2014 die Möglichkeiten einer Zusammenarbeit in Form eines Projektes der DGV erörtert. Ergebnis der in einer sehr freundschaftlichen und vertrauensvollen Atmosphäre geführten Gespräche war die Zustimmung durch Gouverneur Alexandros Kachrimanis. Grundlage der Zusammenarbeit ist ein Konzept zur Kombination von Aktiv- und Wohnmobiltourismus. Das Konzept hatte Bücker gemeinsam mit Thomas Fettback (Oberbürgermeister Biberach a.D.) und Liana Jordan vom Deutschen Wanderverband erarbeitet. Unter der Federführung der DGV fanden Ende 2014 und Anfang 2015 in Ioannina zwei Workshops mit großer Beteiligung der Kommunen und Akteuren der Tourismusbranche, in denen das Konzept vorgestellt wurde.

Anlässlich der Internationalen Tourismusbörse in Berlin wurden im März 2015 die Weichen für eine ergebnisorientierte Zusammenarbeit mit der Dülmener Gesellschaft für Regionalentwicklung gestellt. In der Folge führte die schwierige Situation in Griechenland zwar zu einer Verzögerung des angedachten Projektstarts, vertiefte aber gleichzeitig durch gegenseitiges Verständnis auch das Vertrauen. Im Juli fanden weitere Gespräche mit den Bürgermeistern der Teilregion Ioannina statt, die nun einige Tage vor Weihnachten mit Unterstützung der Region dem Start des Projekts im Januar zustimmten.

Bereits im Januar findet in Ioannina ein zweitägiger Workshop statt, in dem der Arbeitsrahmen zur Umsetzung des Projektes abgestimmt wird. Thema sind auch Inhalte und Ziele der Präsenz der im März bevorstehende Internationale Tourismusbörse in Berlin. Wenn die Arbeit ähnlich positiv verläuft wie auf der Halbinsel des Peloponnes, so lassen sich bereits für 2016 erste messbare Ergebnisse erhoffen.

 

Weblinks zu den Reisen:
www.greeceactive.de
www.radreisen-griechenland.de
www.velociped.de