«Wir sind stolz auf unsere griechische Gemeinde» – Interview mit Herrn Oberbürgermeister Feldmann aus Frankfurt

Peter Feldmann(SPD) ist seit dem 1. Juli 2012 Oberbürgermeister der Stadt Frankfurt am Main – Ein Interview für die Elliniki Gnomi, mit unseren Korrespondenten in Frankfurt.

Von Alexandros Ivanidis.

In Ihrer Ansprache an die orthodoxen Kirchengemeinden am 8.1.2018 erwähnen Sie als ein Ziel, den nach Frankfurt gekommenen Menschen  ein Denkmal zu setzen, ein Symbol für die Menschen, die kamen, um für Frankfurt zu arbeiten, die kamen, um zu bleiben. – Haben Sie noch weitere Ziele für Frankfurt und seine Bewohner, und welche sind das?

Meine Ziele sind klar: Bezahlbare Wohnungen, damit sich Menschen das Leben in Frankfurt leisten können. Gute Schulen und kostenlose Bildung. Dafür werden wir 1 Milliarde € mobilisieren. Wir werden die Fahrpreise für Busse und Bahnen weiter senken und wir wollen unsere internationale Stadt gegen ihre Feinde verteidigen, denn zum Beispiel unsere griechische Gemeinde trägt sehr zum Wohlstand unserer Stadt bei. Darauf setzen wir, wir setzen auf eine starke Stadt, die zusammenhält. Wir lassen und nicht spalten. Wir sind stolz auf unsere griechische Gemeinde.       

Was ist Ihre Botschaft an die Zuwanderer, die schon lange in Frankfurt leben und Teil dieser Stadt sind und an diejenigen, die neu nach Frankfurt gekommen sind bzw. kommen?

An die Menschen, die vor Jahrzehnten zu uns gekommen sind ist meine Botschaft: Seit stolz auf das, was ihr erarbeitet habt. Ihr seid ganz selbstverständlich Frankfurter und Euer Oberbürgermeister wird Euch gegen Rassismus und Hass, so wie die ganz große Mehrheit in unserer Stadt verteidigen. An die neu zu uns kommenden Menschen habe ich eine dringende Bitte: Lernen Sie schnell deutsch und nehmen Sie alle Bildungs- und Qualifizierungsmöglichkeiten in Anspruch. Das ist keine Schikane, das ist ein Recht. Nehmen Sie dieses Recht wahr. Bildung ist der Schlüssel für Aufstieg und gelingende Integration. Wer sich anstrengt, der braucht faire Chance, dafür kämpfen wir gemeinsam.

Die griechischen Gläubigen haben in Frankfurt zwei Kirchen. Bei der Gemeinde Agios Georgios im Grüneburgpark gibt es leider bei den Gottesdiensten immer wieder Probleme mit den Parkplätzen, insbesondere für schwerbehinderte Gläubige und Familien mit Kindern. Es gibt in der Nähe der Kirche ein städtisches Gelände, mit 100 Parkplätze, das verschlossen ist. Vielleicht können Sie die Gemeinde unterstützen, dass sie diese Parkplätze bei den Gottesdiensten nutzen kann.

Gerne werde ich die Gemeinde dabei unterstützen und mit den zuständigen Ämtern Kontakt aufnehmen.

Ich selbst bin in Frankfurt aufgewachsen und habe dadurch Menschen vieler verschiedener Kulturen und Religionen  kennengelernt. Kann Frankfurt aufgrund seiner Offenheit und Vielfalt und des gelungenen Zusammenlebens vieler Nationalitäten ein Beispiel  für eine friedliche Welt sein?  Wie ist Ihre Meinung dazu?

Meine Arbeitsbesuche bei unseren Partnerstädten zeigen mir immer wieder: Unser Frankfurt wird als Modell des gelungenen Zusammenlebens in aller Welt bewundert. Unsere Internationalität nutzen wir als wirtschaftliche Chance. Niedrige Arbeitslosigkeit und hohe Steuereinnahmen sind die Folge. Unser gemeinsames Ziel muss es sein, dass nun alle ihren Anteil am Wohlstand erhalten und wir das Leben in Frankfurt bezahlbar machen, denn unser Frankfurt ist natürlich viel mehr als ein Wirtschaftsstandort. Es ist unser Zuhause, in dem Platz für alle Menschen sein muss.