Acht Projekte zur Prävention von HIV/Aids und anderen sexuell übertragbaren Krankheiten wurden heute in Berlin bei der Preisverleihung zum Bundeswettbewerb Aidsprävention 2010 ausgezeichnet. Der Wettbewerb steht unter dem Motto «Neue Wege sehen -neue Wege gehen!». Ziel ist es, neuartige und ideenreiche Präventionsansätze zu identifizieren und bekannt zu machen, die insbesondere schwer erreichbare Gruppen ansprechen. Dazu zählen beispielsweise männliche Prostituierte, drogengebrauchende Menschen und Flüchtlinge. Der Wettbewerb wird von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung gemeinsam mit dem Bundesministerium für Gesundheit ausgerichtet und vom Verband der privaten Krankenversicherung e.V. unterstützt.

Die diesjährigen Preisträger sind:

  • – AIDS – Muttersprachler klären auf, Stadtmission Nürnberg e. V
  • – DARKANGEL – safer clubbing, manCheck, Berlin
  • – Have a LOOK(S)!, Looks e.V., Köln
  • – Multimediales Präventionsquiz, Aids-Hilfe Bonn e.V.
  • – Projekt «MoVe», Verein zur Förderung der Drogenhilfe Münster e.V.
  • – Schülerzeitungsredakteure als Peer-Präventions-Akteure, Berliner Aids-Hilfe e.V

Die sechs Projekte erhalten zur Fortführung ihrer Arbeit jeweils ein Preisgeld von 7.500 Euro. Darüber hinaus wurden zwei weitere Projekte von der Jury mit einem Anerkennungspreis in Höhe von jeweils 2.500 Euro ausgezeichnet:

  • – Helpline – anonyme Telefon- und Internetberatung, Universitätsklinik Frankfurt – HIV-Center
  • – Modellprojekt GEMO – Gesundheitsförderung und HIV/AIDS-Prävention für Menschen aus Osteuropa in Baden-Württemberg», DRK-Landesverband Baden

Die Aidspräventionskampagne der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung hat sich in den vergangenen 25 Jahren kontinuierlich weiterentwickelt und zeigt Wirkung. Deutschland hat heute eine der niedrigsten Neuinfektionsraten Europas.

«Dieses niedrige Infektionsniveau zu halten und langfristig zu senken, ist unser gemeinsames Ziel», erklärt Bundesgesundheitsminister Dr. Philipp Rösler anlässlich der Preisverleihung. «Hierfür benötigen wir in der Präventionsarbeit immer wieder neue Ideen und Ansätze, wie Menschen mit Risikoverhalten erreicht werden können. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Bundeswettbewerbes zeigen mit ihren Projekten in vorbildlicher, engagierter und innovativer Weise, wie dies in der Praxis umgesetzt werden kann.»

Prof. Dr. Elisabeth Pott, Direktorin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, ergänzt: «HIV und Aids werden in Deutschland kaum noch als Bedrohung wahrgenommen. Doch Aids ist nach wie vor nicht heilbar. Mit dem Bundeswettbewerb können wir innovative lokale und regionale Präventionsprojekte identifizieren und gezielt fördern. Die Resonanz auf den Wettbewerb und die Qualität der eingereichten Projekte waren auch in diesem Jahr beeindruckend.»

Die Gewinnerprojekte zeichnen sich unter anderem dadurch aus, dass sie vollkommen neue bereichsübergreifende Kooperationen eingehen und ihre Zielgruppen direkt in die Präventionsarbeit einbeziehen. Der Peer-Ansatz und damit die Kommunikation und Aufklärung auf Augenhöhe stehen im Mittelpunkt vieler Projekte, die vor allem Menschen mit Migrationshintergrund und besonders gefährdete Gruppen ansprechen.

«Aidsprävention ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, zu der es keine Alternative gibt», erklärt Dr. Volker Leienbach, Direktor des Verbandes der privaten Krankenversicherung e.V.. «Die heute prämierten Projekte können wir nur darin bestärken, auf dem eingeschlagenen Weg weiterzugehen. Wir freuen uns sehr, dass wir mit dem Preisgeld die Arbeit vor Ort nachhaltig unterstützen können.»

Über 60 Projekte hatten sich in diesem Jahr um das Preisgeld von insgesamt 50.000 Euro beworben. Für die Vergabe der Preise war eine Jury aus praxiserfahrenen Expertinnen und Experten der Aidsprävention zuständig. Neben den acht Preisträgern erhielten weitere sechs Projekte Urkunden als besondere Würdigung ihrer Arbeit.