Das griechische Filmfestival Hellas Filmbox Berlin startet ins zweite Jahr: Vom 18. bis 22. Januar dreht sich alles rund um Griechenland

Berlin: Von Athanasia Theel

Bereits im letzten Jahr hat die deutsch-griechische Monatszeitung Elliniki Gnomi über die Hellas Filmbox berichtet, dem einzigen griechischen Filmfestival in Deutschland. Dieses Jahr gibt es nicht nur eine Berichterstattung über die Highlights und Filme des Festivals im Januar, sondern die Monatszeitung ist auch als Medienpartner mit dabei. Gerade als zweisprachige Zeitung ist es eine Freude, diese Verknüpfung beider Länder über das Medium Film zu verfolgen und zu unterstützen.

Gemeinsam mit der neuen Festivaldirektorin Sandra von Ruffin, Schauspielerin und Tochter der Sängerin Vicky Leandros, sind fünf spannende Tage zu erwarten. Schließlich kehren die Griechen mit über 56 Filmen in das Berliner Babylon Kino zurück. Die diesjährige Schirmherrschaft übernimmt der Präsident der Hellenischen Republik Prokopis Pavlopoulos, der auch an den Festivaltagen teilnimmt. Und noch ein besonderer Besuch steht ins Haus: Zur Eröffnungsveranstaltung kommt der griechische Regisseur, Oscar-Preisträger und Ehrengast Costa-Gavras mit seinem Film Der Stellvertreter. Im Film übernimmt Ulrich Tukur, unter anderem bekannt als Tatort-Star und renommierter Darsteller, die Hauptrolle. Tukur lässt es sich nicht nehmen, ebenfalls den Abend zu begleiten und eine Laudatio auf den Ehrengast zu halten.

Dieser Festivalauftakt erweckt den Eindruck einer ereignisreichen Zeit, welcher sich auch in den zwei Wettbewerbssektionen fortsetzt. Mit der Sektion Neues Griechisches Kino liegt der Fokus vollkommen auf Griechenland und 34 Einreichungen nehmen daran teil. Dabei bringt die französisch-griechische Journalistin Angelique Kourounis mit ihrem Dokumentarfilm Goldene Morgenröte – eine persönliche Angelegenheit dem Publikum in der deutschen Hauptstadt die politischen Hintergründe und das Gefahrenpotenzial der neonazistischen griechischen Partei näher. Mit dem Spielfilm Amerika-Platz von Yannis Sakaridis dreht es sich weiter um politisch Brisantes, denn der griechische Regisseur beleuchtet mit dem Film das wirtschaftliche Geschäft hinter der Flüchtlingskrise. Hinzu kommt der cineastische Höhepunkt mit dem neuen Spielfilm Südwind von Tassos Boulmetis.

Die Sektion New Vision beschäftigt sich weiter mit außergewöhnlichen und neuartigen Filmen aus den Bereichen Kunst, Animation und Experimental – es bleibt abzuwarten, wie die Unterbrechung von Yorgo Zois mit der Verschmelzung von Realität und Fiktion auf die Anwesenden im Kinosaal wirkt.

 

Die Elliniki Gnomi verfolgt nicht nur die Wettbewerbsfilme, denn über die Sektionen hinaus zeigt sich die Hellas Filmbox breit aufgestellt und bietet diverse thematische Einblicke: So läuft ein Schwerpunkt des Festivals unter dem Titel Holocaust der griechischen Juden / Griechenland unter deutscher Besatzung, wozu der Dokumentarfilm Trezoros von Lawrence Russo und Larry Confino dabei ist. In diesem Werk geht es um die griechisch-sephardische Gemeinde von Kastorià und ihre Auslöschung im Zweiten Weltkrieg.

Mit weiteren Filmpräsentationen in diesem Zusammenhang leistet das Festival einen wichtigen Beitrag zur Aufklärung und Dokumentation eines einschneidenden Kapitels in der deutsch-griechischen Geschichte.

Des Weiteren richtet sich die Hellas Filmbox einen Abend vollkommen auf das internationale Athener Queer Filmfestival Outview aus und präsentiert zwei Filme mit LGBTQI-Thematik aus Griechenland. Und um auf all die talentierten Filmemacherinnen in einem noch immer männerdominierten Filmgeschäft aufmerksam zu machen, erhalten diese eine besondere Ehrung.

 

Mit dem vorgenommen Ausblick auf das Festival freut sich die Elliniki Gnomi auf all die weiteren Veranstaltungen rund um die Hellas Filmbox, wie die Fotoausstellung mit Nelly Tragoustis unter dem Titel Gesichter und Räume – eine Hommage an Theo Angelopoulos. Die bisherigen Ankündigungen machen bereits Lust auf den griechischen Film und nun heißt es: Abwarten bis sich die hellenische Box in Berlin öffnet!

 

 

Weitere Informationen unter:

http://www.hellasfilmbox.de/

 

Und zum Programm der Hellas Filmbox Berlin 2017 geht’s mit:

http://www.hellasfilmbox.de/festival-2017/programm-2017/