Das griechische Tourismusangebot soll ausgeweitet und verbessert werden Foto: Laif/Colin Dixon/Arcaid

Um Wachstum und Beschäftigung zu fördern, möchte Griechenland sein Tourismusangebot erweitern. Dafür arbeitet es eng mit Deutschland zusammen, besonders auf kommunaler Ebene. So entstehen Projekte zwischen dem Schwarzwald und Kreta, zwischen Rügen und Korfu. Gute Erfahrungen aus dem deutschen Berufsbildungssystem an Griechenland weitergeben.

Das ist eines der Ziele von

Hans-Joachim Fuchtel. Der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesarbeitsministerium ist zugleich der deutsche Beauftragte für die Deutsch-Griechische Versammlung. Diese hatten am 5. März 2010 der damalige griechische Ministerpräsident Georgios Papandreou und Bundeskanzlerin Angela Merkel gegründet. Beide Länder vereinbarten eine intensive Zusammenarbeit in allen Bereichen.

An dieser Stelle setzt ganz unten, auf kommunaler Ebene, die Arbeit von Fuchtel an. Dafür traf er sich nun zum Beispiel mit der griechischen Ministerin für Tourismus, Olga Kefalogianni, in Deutschland. Die Ministerin unterstrich, dass deutsche Gäste in Griechenland herzlich willkommen seien. Die Deutschen machten den größten Anteil der ausländischen Touristen in Griechenland aus. Kefalogianni ist der festen Überzeugung, das Tourismusangebot in Griechenland mit deutscher Unterstützung erweitern und verbessern zu können.

Tourismusschulen arbeiten zusammen

Griechenland möchte gern für mehr Beschäftigung und Wachstum die touristische Saison verlängern. Außerdem sollen Festland und Inseln ein stärkerer Anziehungspunkt für ältere Menschen werden, die im Warmen «überwintern» möchten.

Große Chancen werden dem medizinischen Tourismus – also Wellness-Angeboten – zugerechnet. Hierzu gibt es zwischen einer Tourismusschule auf Rhodos und der Fachhochschule für Tourismus in Heide ein Projekt. Die Schule auf Rhodos arbeitet gemeinsam mit Heide an ihrer Zertifizierung. Dann haben die griechischen Studenten auch die Möglichkeit, am europäischen Studentenprogramm Erasmus teilzunehmen.

Fuchtel berichtete, dass die Nachfrage aus deutschen Kommunen, Vereinen und Handwerksammern für gemeinsame Projekte mit Griechenland groß sei. Dazu kommen der gegenseitige Gewinn an Kenntnissen sowie wirtschaftliche Vorteile.

So wird derzeit versucht, Beschäftigte aus der griechischen Hotellerie und Gastronomie im Winterhalbjahr in Deutschland einzusetzen. Mittler ist dabei die Zentrale Auslandsvermittlung der Bundesagentur für Arbeit. Denkbar sei auch, die griechischen Beschäftigten in Bereichen einzusetzen, wo es an Fachkräften mangelt. Zum Beispiel in der Pflege.

Sprachprogramme für das Arbeiten in Deutschland

Für ein zeitweises Arbeiten oder eine Berufsausbildung von Griechen in Deutschland ist die fehlende Sprachkenntnis oft das größte Hindernis. Deshalb werden im kommenden Bundeshaushalt 40 Millionen Euro für entsprechende Programme bereitgestellt. Sie sollen nicht nur Griechen, sondern auch Spaniern und Portugiesen beim Überwinden dieser Hürde helfen.
Schon gibt es viele Verbindungen auf kommunaler Ebene zwischen beiden Ländern. Die Region Nordschwarzwald arbeitet mit Kreta zusammen, Nordpommern/Rügen mit Korfu. Städte und Kommunen tauschen ihr Knowhow nicht nur in Tourismus und Berufsausbildung aus. Es entstehen Freundschaften zwischen Musikvereinen, Ärzte sind im jeweils anderen Land zu Gast oder es werden Technologien für Kläranlagen vermittelt.
Am 15. und 16. November 2012 steht die dritte «Deutsch-Griechische Versammlung» an. Da möchte man gemeinsam etwas vorweisen.

http://www.bundesregierung.de/Content/DE/Artikel/2012/10/2012-10-23-griehenland… 25.10.2012