Foto: ELLINIKI GNOMI (Papoulias in Berlin)

Karolos Papoulias wurde 2005 neuer Staatspräsident Griechenlands. Der 1929 Geborene hat an der Uni Köln in den 1960er Jahren seine Jura-Promotion abgelegt. Während der griechischen Obristendiktatur 1967 bis 1974 suchte und fand Karolos Papoulias in Deutschland politisches Asyl, wo er beim griechischen Dienst der Deutschen Welle eine Beschäftigung fand.

Konstantinos Simitis (geboren 1936) war von 1996 bis 2004 Ministerpräsident von Griechenland. Er bekleidete außerdem Ministerämter in allen Regierungen unter dem Sozialisten Andreas Papandreou. Konstantinos Simitis studierte Rechts- und Wirtschaftswissenschaften an der Philipps-Universität Marburg (1954–1959), wo er 1959 mit einer Dissertation über „Gute Sitten und öffentliche Ordnung“ auch promoviert wurde. Simitis war aktiver Teilnehmer am Widerstand gegen die Militärdiktatur. Durch Flucht ins Ausland – er ging ins Exil nach Deutschland (1969–74) – entging er der bevorstehenden Verhaftung. Ab 1971 war er als Dozent an der Universität Konstanz tätig, 1971 wurde er als Ordentlicher Professor für Handels- und Bürgerliches Recht an die Justus-Liebig-Universität zu Gießen berufen, wo er bis 1975 tätig war. Simitis ist der Bruder des renommierten Frankfurter Juristen und langjährigen Datenschutzbeauftragten des Landes Hessen, Professor Dr. Spiros Simitis.

Konstantinos Tsatsos (1899–1987) studierte von 1925 bis 1928 Philosophie in Heidelberg, unter anderem bei Heinrich Rickert und Karl Jaspers. 1935 gründete er eine eigene Partei. 1938 wurde er von der Diktatur Ioannis Metaxas’ verhaftet und bis zum Beginn des Italienisch-Griechischen Kriegs auf die Inseln Skyros und Spetses verbannt. Danach war Tsatsos wiederholt Minister in verschiedenen griechischen Regierungen. 1975 bis 1980 wurde er Staatspräsident von Griechenland.

Quelle: Buch «Made in Germany»/Herder-Verlag (www.amazon.de/dp/3451057840)